SPrachEntwicklungsScreening
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Durchführung SPES 2 (NICHT-Deutsch)
Bei Kindern nicht-deutscher Muttersprache empfiehlt sich eine analoge Vorgangsweise wie bei Kindern deutscher Muttersprache, wobei hier für die Fremdsprachen in Österreich noch nicht ausreichende Normwerte vorliegen.

Empfohlen wird die Ausgabe eines Elternfragebogens in der Familiensprache im Wartezimmer. Vorerst liegen solche für das Bosnische und Türkische vor. Hier werden Eltern zu Risikofaktoren (aktiver Wortschatz, Sorgen um Sprache und Einschätzung der Sprachentwicklung, Elternbildung, Position in der Geschwisterreihe und die Bildung von Wortkombinationen) befragt.
  1. Erfragen der Eltern, welche Sprache das Kind am besten beherrscht, durch die Ordinationsgehilfin. Sollte die deutsche Sprache gleich gut oder besser als die Muttersprache beherrscht werden, wird das Screeningverfahren in Deutsch (siehe: [pdf]SPES 2 Praxisbogen (DEUTSCH) (84.7 KB)) durchgeführt.


  2. Bei besseren Sprachfertigkeiten in der Muttersprache nach Elterneinschätzung wird der jeweilige SPES 2 Fragebogen ausgegeben. Vorerst liegen Versionen in Türkisch und Bosnisch vor, weitere Fremdsprachversionen sind in Vobereitung:


  3. Ausfüllen des Elternfragebogens durch den/die Erziehungsberechtigte/n im Wartezimmer. Dauer rund 5 Minuten.


  4. Auswertung des Subtests „Wortliste“ durch den/die Kinderarzt/Kinderärztin. Hier ist darauf zu achten, dass Wortkonzepte, für die sowohl in der Muttersprache als auch im Deutschen ein Wort vorhanden ist, nur EIN mal gezählt werden.


  5. Bei ALLEN Kindern Durchführung des Subtests [pdf]Verstehen von Wörtern - Fremdsprachen (63.2 KB) durch den Kinderarzt. Wortlisten liegen für die 6 der häufigsten Fremdsprachen in Österreich (Türkisch, Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Albanisch, Rumänisch) vor.
    Der Arzt bittet die Eltern um ihre Mithilfe bei der Durchführung. Dazu zeigt er Ihnen die schriftliche Vorgabe und bittet sie, diese genau einzuhalten, d.h. keine weiteren Erklärungen, Lautmalerein oder gestischen Hinweise zu verwenden! Bei Analphabeten, kann ein Zeigen auf das zu benennende Bild (ohne dass das Kind dieses sieht!) als Ersatzstrategie eingesetzt werden. Der Kinderarzt sollte die sprachlichen Benennungen der Eltern durch ein Blick auf die Übersetzungen im Screeningbogen kontrollieren und ggfl. die Eltern um Einhaltung der Vorgaben ersuchen. Die Eltern fordern das Kind entsprechend der schriftlichen Vorlage des Kinderarztes in der Muttersprache auf, auf jeweils eine von 4 Abbildungen zu zeigen (z.B. "Zeig mir den Hasen!").

    Durchführungshinweise
    • Freundliche Verstärkung des Kindes
    • Bewertungen wie „richtig“ oder „nicht ganz richtig“ unbedingt vermeiden
    • Mögliche (auch gestische) Verstärker: bravo, gut
    • Nur die jeweils nötige Bildkarte befindet sich vor dem Kind
    • „Elternhilfe“ beschränkt sich auf das Vorlesen des jeweiligen Wortes
    • Aufmerksamkeit sicherstellen
    • Bildkarte zeigen auf geringe Distanz, dann erst in unmittelbare Nähe des Kindes bewegen, sodass es auf das jeweilige Bild zeigen kann




  6. Auswertung der Ergebnisse


  7. Elternberatung


Auswertung der Ergebnisse von SPES 2 (NICHT-Deutsch)
Erstellt am 6.10.2011 | Zuletzt bearbeitet am 4.11.2011