SPrachEntwicklungsScreening
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Sprachscreening - Wozu?
  • Sprachstörungen (SES) haben häufig anhaltende negative Auswirkungen auf schulisches Lernen und die berufliche Ausbildung und Karrieremöglichkeiten!
    • Kinder mit Sprachstörungen leiden später häufig an einer Lesestörung (50%) oder Leseschwäche (70%). Das Lesesinnverständnis ist eingeschränkt. Das hat auch Auswirkungen auf sprachliches Lernen (Fremdsprachen) und Mathematik!1
    • Kinder mit Sprachstörungen erreichen durchschnittlich nur einen Schulabschluss vergleichbar mit jenem eines Kindes mit unterdurchschnittlicher nonverbaler Intelligenz.2
    • Hinweise auf sukzessive Abnahme der nonverbalen Intelligenz bei Kindern mit Sprachstörungen bis zur Adoleszenz3


  • Sprachstörungen (SES) haben häufig anhaltende negative Auswirkungen auf die psycho-soziale Gesundheit und Lebensqualität!
    • Jedes 3. Kind erlebt eine Stigmatisierung (z.B. "Prügelknabe" der Klasse)
    • 50% der 5jährigen SES Kinder zeigen sozio-emotionale Auffälligkeiten. Im Erwachsenenalter sind das immer noch 40% (z.B. Angststörungen, soziale Phobien, antisoziales Verhalten)3


  • Bei nicht systematischem Screening werden Sprachstörungen zumeist nicht (oder viel zu spät) erkannt.
    • In Deutschland wird z.B. nur jeder 4. „Late talker“ (Spätsprecher) im Rahmen der U7 (20-24. LM) als sprachentwicklungsverzögert erkannt.. Dies bedeutet, dass 3/4 der sprachauffälligen Kinder übersehen werden!4
    • Nur 30-40% der Eltern äußern spontan Sorgen bzgl. der Sprachentwicklung (ohne Nachfragen)
    • Weniger als 30% aller Verhaltens- und Entwicklungsprobleme werden vor dem Alter von 5 Jahren erkannt und zur weiteren Abklärung überwiesen (USA)


  • Frühe Intervention ist effektiv!
    • Elterntrainings (z.B. Heidelberger Elterntraining) als auch Therapeutentrainings wirken nachgewiesenermaßen5


  • Frühe Intervention spart Geld!
    • 1:3 Kosten-Nutzen-Verhältnis bei früher Intervention bei Entwicklungsstörungen
    • bessere Gesundheits- und Lernergebnisse6


  • Sprachentwicklungsauffälligkeiten weisen häufig auf umfassendere Entwicklungsprobleme hin. Ein „Late talker“ im Alter von 2 Jahren hat mit einer Wahrscheinlichkeit von
    • 12% eine leichte allgemeine Entwicklungsverzögerung
    • 6% eine schwere allgemeine Entwicklungsverzögerung
    • 4% eine Autismus-Spektrum-Störung7


  • SPES 2: Screening 2jährige
  • SPES 3: Screening 3jährige

1 Catts et al. (2002)
2 Snowling et al. (2001)
3 Conti-Ramsden 2005 IASCL
4 Sachse et al. (2007)
5 Buschmann et al. (2009)
6 http://brookings.edu; http://epinet.org
7 Buschmann et al. (2008)
Erstellt am 30.9.2011 | Zuletzt bearbeitet am 7.11.2011